Wenn Hundehalter:innen beobachten, dass ihr Hund beginnt, Kot zu fressen, ist die Verunsicherung groß. Das Verhalten wirkt aus menschlicher Sicht unverständlich und unhygienisch. Dennoch ist Kot fressen beim Hund kein ungewöhnliches Phänomen. In der Tiermedizin spricht man hierbei von Koprophagie.

Gelegentliches kot fressen – insbesondere bei Welpen – kann harmlos sein. Tritt das Verhalten jedoch regelmäßig auf, sollte es ernst genommen werden. Hinter dem kot fressen können Verhaltensursachen, Stress, Nährstoffmangel oder organische Erkrankungen stecken.

In diesem Artikel erfährst du ausführlich, warum Hunde kot fressen, welche gesundheitlichen Risiken bestehen und welche Maßnahmen nachhaltig helfen.

Warum Hunde Kot fressen

Dieses Verhalten hat unterschiedliche Auslöser. Wichtig ist, nicht nur das Symptom zu bekämpfen, sondern die Ursache zu verstehen.

Neugier und Lernverhalten

Vor allem junge Hunde erkunden ihre Umwelt mit dem Maul. Für sie ist Kot zunächst lediglich ein stark riechendes Objekt. Ein einmaliges kot fressen ist daher häufig Ausdruck normalen Explorationsverhaltens.

Problematisch wird es, wenn sich dieses Verhalten festigt. Welpen, die im Wurf nicht ausreichend Nahrung erhalten haben, können Kot als potenzielle Nahrungsquelle abspeichern. Das kot fressen kann sich dann bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Frühe Erziehung und konsequente Führung sind hier besonders wichtig, um das Verhalten nicht dauerhaft zu etablieren.

Hund spielt

Stress, Unterforderung und Aufmerksamkeit

Kot fressen kann auch ein Anzeichen für psychische Belastung sein. Hunde, die unterfordert sind, zu wenig Struktur im Alltag erleben oder viel allein bleiben, entwickeln manchmal Ersatzhandlungen.

Viele Halter reagieren erschrocken oder schimpfen, wenn sie beobachten, dass ihr Hund Kot frisst. Für den Hund bedeutet diese Reaktion jedoch Aufmerksamkeit. Selbst negative Aufmerksamkeit kann verstärkend wirken.

Statt Strafe helfen:

  • klare Spaziergangsstruktur

  • Impulskontrolltraining

  • mentale Auslastung

  • Suchspiele

  • Bindungsarbeit

Ruhe, Konsequenz und positive Verstärkung sind effektiver als Korrekturen.

Revierverhalten

Ein weiterer möglicher Grund für Kot fressen ist stark ausgeprägtes Territorialverhalten. Hunde orientieren sich stark über Gerüche. Durch das Fressen von Kot entfernen sie fremde Duftmarken aus ihrem Revier.

Dieses Verhalten tritt besonders bei selbstbewussten oder unsicheren Hunden auf, die stark auf andere Tiere reagieren. In solchen Fällen kann gezieltes Training helfen, Alternativverhalten aufzubauen.

Kot fressen ist hier weniger Nahrungsaufnahme als vielmehr Kommunikationsverhalten.

Hund sitzt während Besitzer Kot aufhebt

Nährstoffmangel und Verdauungsprobleme

Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Ernährung. Regelmäßiges Kot fressen kann auf eine unzureichende Versorgung mit Nährstoffen hinweisen.

Mögliche Ursachen sind:

  • unausgewogene Fütterung

  • minderwertige Proteinquellen

  • gestörte Verdauung

  • schlechte Nährstoffverwertung

Wenn der Körper nicht ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen versorgt wird, sucht der Organismus nach alternativen Quellen. Kot enthält teilweise noch unverdaute Nahrungsbestandteile und kann daher für den Hund attraktiv wirken.

Eine stabile Nährstoffversorgung wie bei HelloBello ist essenziell, um Kot fressen zu reduzieren.

Erkrankungen des Verdauungstraktes

Kot fressen kann ebenfalls ein Symptom für organische Erkrankungen sein. Besonders relevant ist die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI). Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Verdauungsenzyme. Die Folge ist eine mangelhafte Aufspaltung der Nahrung.

Typische Begleitsymptome sind:

  • Gewichtsverlust trotz gutem Appetit

  • Durchfall

  • stumpfes Fell

  • vermehrtes Fressverhalten

Auch Parasitenbefall wie Würmer können Nährstoffdefizite verursachen. Parasiten entziehen dem Körper wichtige Nährstoffe, wodurch kot fressen begünstigt werden kann.

Bei wiederholtem Kot fressen sollte daher immer eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.

Bello's Tipp:

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Welche Gefahren können dadurch entstehen?

Kot kann zahlreiche gesundheitliche Risiken bergen. Dazu zählen:

  • Parasiten

  • Bakterien

  • Viren

  • Medikamentenrückstände

  • Entwurmungsmittel

  • giftige Substanzen

Besonders riskant ist das Fressen von Pferdeäpfeln. Pferde werden regelmäßig entwurmt, und die Dosierung ist deutlich höher als bei Hunden. Rückstände können für deinen Hund problematisch sein.

Zudem besteht ein hygienisches Risiko für den Menschen, da manche Erreger übertragbar sind.

Was tun, wenn dein Hund kot frisst?

Die Lösung besteht meist aus mehreren Bausteinen.

Tierärztliche Abklärung

Zunächst sollten gesundheitliche Ursachen ausgeschlossen werden. Dazu gehören:

  • Blutuntersuchung

  • Kotanalyse

  • Enzymbestimmung

  • Parasitenkontrolle

Nur durch eine genaue Diagnose kann eine gezielte Therapie erfolgen.

Hund beim Tierarzt

Ernährung optimieren

Eine ausgewogene, hochwertige und gut verdauliche Ernährung wie HelloBello kann helfen, Mängel auszugleichen. Wichtig ist eine vollständige Versorgung mit:

  • Vitaminen

  • Mineralstoffen

  • Spurenelementen

  • hochwertigem Protein

Eine leicht verdauliche Fütterung entlastet den Verdauungstrakt und unterstützt eine stabile Nährstoffaufnahme.

HelloBello Cowgenuss

Training und Management

Parallel zur Ursachenklärung sollte Training stattfinden:

  • Abbruchsignal aufbauen

  • Alternativverhalten belohnen

  • Leinenmanagement

  • Aufmerksamkeit umlenken

Wichtig ist Konsequenz im Alltag. Training wirkt nur durch Wiederholung und Klarheit.

Ist Kot fressen normal?

In bestimmten Situationen kann kot fressen als normales Verhalten betrachtet werden. Mutterhündinnen fressen beispielsweise den Kot ihrer Welpen, um das Nest sauber zu halten. Auch gelegentliches Probieren bei jungen Hunden ist nicht ungewöhnlich.

Regelmäßiges oder zwanghaftes kot fressen hingegen sollte immer genauer untersucht werden.

Häufigkeit und Kontext sind entscheidend für die Bewertung.

Welpe liegt auf Bett

Fazit – Kot fressen beim Hund ernst nehmen

Kot fressen ist unangenehm, aber in vielen Fällen lösbar. Entscheidend ist eine ganzheitliche Betrachtung: medizinisch, ernährungsphysiologisch und verhaltensorientiert.

Mit einer gesunden Verdauung, klarer Führung und konsequentem Training lässt sich das Verhalten häufig deutlich reduzieren.

Anita Lorber mit Hund

Anita Lorber